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1. Hirntod
2. Hornhautspende
3. Organspende an Nicht-Juden
4. Der Böse Blick
5. Gosses
6. Missbrauch der medizinischen Versorgung
7. Ist es eine Mitzvah Organe zu spenden?
8. Die Situation in Israel
9. Andere Religionen
10. Organe käuflich erwerben
11. Auferstehung der Toten
12. Soll ich spenden?
13. Who's Who?
Hirntod
Rabbiner welche gegen Organspende sind, sind nicht dagegen weil der Leichnam als ganzes begraben werden muss. Sie sind gegen Organspende, weil Organe normalerweise von Personen entnommen werden, die hirntot sind, deren Herz aber noch mit Hilfe eines Beatmungsgerätes weiterschlägt. Für diese Rabbiner ist ein schlagendes Herz ein Lebenszeichen. Eine Organspende würde unter diesem Gesichtspunkt den Spender töten. Die Frage die sich stellt, ist, ob jemand der hirntot ist lebt oder tot ist.
Der Organspendeausweis der Halachic Organ Donor (HOD) Society ist einmalig, weil Spender wählen können, ob sie ihre Organe nach Eintritt von Hirntod, oder erst nach Herzstillstand spenden möchten.
Viele halachische Kapazitäten akkzeptieren Hirntod als Tod und unterstützten Organspende auch bei noch schlagendem Herzen. Darunter:

Ehemaliger Oberrabinner von
Israel
Ovadiah Yosef |

Ehemaliger Oberrabinner von
Israel
Mordechai Eliyahu |

Ehemaliger Oberrabbiner von
Israel
Avraham Shapiro z"l |

Oberrabbiner von Israel
Shlomo Amar |

Oberrabbiner von
Netanya
Dovid Shlush |

Ehemaliger Dayan am Oberrabbinat
Shaul Yisrael s.A. |

Rabbiner Zalman
Nechemia Goldberg |

Rabbiner
Moshe Tendler |
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RABBI MOSHE FEINSTEIN

Rabbi Moshe Feinstein hat Hirntod auch als halachischen Tod akkzeptiert, obwohl das Herz noch schlägt. Eine weitere Sicht dieser Position ist Bewusstlosigkeit in Kombination mit irreversiblem Atemstillstand (durch Hirntod bestätigt) als Tod. Er hat seine Position in Iggrot Moshe
in einem Brief an Dr. Bundy und seinen Brief and Dr. Frank Veith (JAMA Artikel, Seite 1654) dargelegt.
Manche behaupten, dass seine Entscheidung in Igrot Moshe Hirntod nicht unterstützt. Zusätzlich zu seinen schriftlichen Äusserungen zum Thema, hat jeder der je mit Rav Moshe Feinstein über das Thema gesprochen hat, bestätigt, dass der Rav Hirntod als Todeszeitpunkt anerkennt. Niemand der mit Rav Moshe Feinstein über dieses Thema gesprochen hat, hat je behauptet, dass Rav Moshe gegen Hirtod ist. Die Zweifel zu seiner Position konnten erst nach seinem Tod beseitigt werden.
Rav Moshe Feinsteins Position, dass Hirntod halachisch als Tod anerkannt wird und ein noch schlagendes Herz nicht als Lebenszeichen gesehen werden muss, wurde durch die Aussagen folgender Leute bezeugt, die mit Rav Moshe gesprochen haben:
sein Sohn Rabbi Dovid Feinstein, sein Enkelsohn Rabbi Shabtai Rapport, sein Schwager Rabbi Moshe Tendler, sein Enkelsohn Rabbi Mordechai Tendler, Dr. Frank Veith, Dr. Ira Greifer und Dr. Sam Koontz.
Es ist wichtig sich intensiv mit der Debatte zum Thema Hirntod auseinander zu setzen, weil lebenswichtige Organe wie das Herz und die Lunge nur bei Hirntod entnommen werden können, und die Entnahme aller Organe bei Herzstllstand, medizinisch gesehen, erheblich erschwert wird.
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Viele Begriffe werden von Ärzten und Laien benutzt, die nicht korrekt verstanden werden: Tod einer Person, Tod eines Organs, Hirntod, Hirnstammtod (Brain-stem Deah, BSD), Koma, Tiekoma, Wachkoma (Persistent Vegetative State, PVS) und klinischer Tod. Unten finden Sie eine kurze Erklärung zu diesen Begriffen.
Tod einer Person: Die zentrale Frage dieser Debatte ist, „wann ist eine Person tot?“ Ist eine Person tot wenn die Seele den Körper verlässt, wenn der Körper zerfält, wenn das Herz aufhört zu schlagen, wenn die Atmung unwiderruflich aufhört? Ein menschlicher Organismus — das heisst ein Mensch — kann tot sein, aber das Herz, die Nieren, Leber und weitere Organe des Organismus können noch für einige Zeit am Leben bleiben. Ab welchem Zeitpunkt würden Sie den Organismus als „tot“ betrachten?
Tod eines Organs: Ein Organ kann aufhören zu funktionieren, während die Zellen des Organs weiter leben können und mit der Zeit langsam absterben. Ab welchem Zeitpunkt würden Sie ein Organ als „tot“ betrachten?
Hirntod: Das Gehirn besteht in erster Linie aus dem Kortex (die Hirnrinde und der größte Teil des Gehirns) und dem Stammhirn. Der Begriff Hirntod wird manchmal zu weit gefasst. Ein Mensch ist hirntot, wenn der Kortex und der Hirnstamm aufhören zu funktionieren.
Hirnstammtod: Hirnstammtod tritt ein, wenn der Hirnstamm tot ist, und in Ableitung davon, auch der Kortex. Nach amerikanischem und israelischem Recht, können Organe nur von Personen entnommen werden, die nach der Definition von Hirnstammtod tot sind. Das heißt, das ihr Gehirn nicht mehr funktioniert, da sie bewusstlos und leblos sind.
Der Hirnstamm steuert die Atmung und folglich auch die Sauerstoffversorgung des Körpers. Das Herz kann ohne Sauerstoffzufuhr nur mit Hilfe eines mechanischen Atemgeräts schlagen, welches den gesamten Körper mit Blut versorgt (das Gerät pumpt Blut durch den Körper). Blut ist sauerstoffhaltig, dieser Sauerstoff ist essentiell, um die verschiedenen Organe „am Leben“ zu halten, obwohl das Stammhirn tot ist. (Auch mit dem Einsatz eines Beatmungsgerätes, kann man nicht verhindern, dass das Herz aufhören wird zu schlagen.) Stammhirntod (BSD) wird unten ausführlicher von der medizinischen, halachischen und rechtlichen Perspektive erklärt.
Koma, Tiefkoma, Wachkoma (PVS): Diese Begriffe bedeuten dass der Kortex nicht funktioniert, auch wenn das Stammhirn noch funktioniert und der Patient oder die Patientin ohne die Hilfe eines Beatmungsgerätes atmen kann. Tiefkoma und PVS bedeuten normalerweise, dass dieser Zustand irreversibel ist. Oft wird PVS mit Stammhirntod verwechselt, aber es ist nicht das selbe. Organe werden nie von Patienten entnommen die im Koma oder Wachkoma liegen.
Klinischer Tod: Ein Begriff der normalerweise jemanden beschreibt, dessen Herz aufgehört hat zu schlagen, aber wiederbelebt werden kann. Man hört manchmal Geschichten von Leuten die „klinisch“ tod waren, aber wiederbelebt werden konnten.
Eine genauere Betrachtung vom Hirntod
Medizinischer Status: Das Stammhirn steuert zwölf neurologische Funktionen, davon als wichtigste, die Atmung. Bei einer Person mit Kopfverletzungen schwillt normalerweise das Gehirn an. Wegen dem erhöhten inneren Druck im Schädel wird die Blutzufuhr zum Schädel blockiert, was in einem Sauerstoffmangel resultiert. Hirnzellen, die äußerst sensibel auf eine unterbrochene Sauerstoffzufuhr reagieren, beginnen abzusterben. Sobald das Hirn tot ist, hört der Patient auf zu atmen und stirbt.
Früher bedeute ein nicht funktionierendes Stammhirn den Tod des Körpers und seiner Organe, da das Herz aufhört zu schlagen sobald die Sauerstoffzufuhr endet die allen Organen durch die Atmung zugeführt wird. Mit der Erfindung eines mechanischen Beatmungsgerätes, ist es möglich geworden, dem Blutkreislauf Sauerstoff zu zuführen und das Herz und andere Organe für ein paar Tage oder sogar für ein paar Wochen am Leben zu halten.
Niemand ist je vomHirntod "erwacht". Dieser ist irreversibel; sogar mit der Nutzung eines Beatmungsgerätes wird das Herz mit der Zeit aufhören zu schlagen und das Körpersystem bricht komplett zusammen. Hirntod ist irreversibel, weil das Gehirn mit dem Eintritt vom Stammhirntod anfängt sich zu verflüssigen (lysieren). Klicken Sie hier um mehr über die medizinischen Aspekte von Hirntod zu erfahren.
Rechtlicher und medizinischer Status: Die Mehrheit der Länder weltweit, darunter alle 50 US Bundesstaaten, akkzeptieren das 1968 von der Harvard University Medical School festgelegte Kriterium von Hirnstammtod als definitiven Todeszeitpunkt.
Halachischer Status: Die zentrale halachische Frage ist, ob nach jüdischem Recht eine Person die hirntot ist und deren Herz aufgrund des künstlichen Beatmungsgerätes weiterschlägt, lebt oder tot ist. Wenn die Halacha einen Menschen in so einem Fall als "lebend" ansieht, dann wäre die Organentnahme verboten, weil eine Entnahme der "Tötung" des Spenders gleichkommen würde.
Atmung versus Herzschlag
Im Talmud gibt es eine rabbinische Debatte zur Definition des Todes. Während eine Meinung irreversiblen Atemstillstand als Indiz für den Tod sieht, sieht die andere Meinung irreversiblen Herzstillstand als Indiz für den Tod . [Traktat Yoma, Seite 85, Seite A.]
Unterschiedliche Texte
Bevor man über die eigentliche Debatte diskutieren kann, muss mann sich darüber im klaren sein, dass dieser Text eine textliche Abweichung des Talmuds ist.
Die Basis für die Hirntoddebatte ist die Debatte der Nase versus Herz im Babylonischen Talmud im Traktat Yoma (85a). Der ältere Talmud Jeruschalmi spricht von Nabel statt Herz (das heißt, dass irreversibler Atemstillstand das einzige Kriterium für die Feststellung des Todes war und die Debatte bezog sich darauf, ob sich Nase oder sich bewegendes Zwerchfell besser zur Diagnose eigneten). Diese alternative Lesart bezieht sich nicht nur auf den Talmud Jeruschalmi.
Der Talmud Babli mit Ausführungen von rabbinischen Authoritäten wie dem Rosch, dem Rif, dem Ramban, dem Yalkut Schimoni (und viele weitere Manusrkipte die sich in Museen in London und Deutschland befinden) verzeichnet in der Debatte das Wort Nabel und nicht das Wort Herz . Es scheint, dass nur Raschis Manuskript das Wort "Herz" beinhaltet und der Drucker "Nabel" mit "Herz" ersetzte, um es mit Raschis Kommentar in Einklang zu bringen. (Das zeigt sich darin, dass Raschis Divrei Hamatchil, Raschis Zitierung seines Talmuds, nicht mit unserem Talmudtext übereinstimmt.)
Zudem kann man von einer parallelen Debatte im Talmud auf die logische Schlussfolgerungen im Talmud rückschließen. So zum Beispiepiel die Debatte, ob die Entstehung des Fötus mit dem Kopf oder mit dem Nabel beginnt. Es würde am meisten Sinn machen, wenn der Originaltext für die Feststellung des Todes eine Debatte zwischen Nase und Nabel war, und nicht zwischen Nase und Herz. Unabhängig davon, ob diese Ausführungen halachische Konsequenzen haben (der Chazon Isch besagt, dass Textunterschiede keine Rolle spielen, weil der Allmächtige vorgesehen hat, dass wir den uns vorliegenden Text haben, während der GRA anderer Meinung war), hat die HOD Society einen Professor für Talmudmanuskripte an der Hebrew University engagiert, um die Frage zu recherchieren. Sobald die Recherche beendet ist, werden wir die Ergebnisse auf die Webseite stellen.
Die Debatte
Die Talmud Rabbiner erwogen eine Situation in der eine Person am Schabbat von einem einstürzenden Gebäude begraben wird. Normalerweise darf man am Schabbat nicht graben, aber wenn Lebensgefahr besteht, darf man nicht nur graben, sondern muss es sogar tun. Wenn die Person bewusstlos gefunden wird, leblos da liegt, muss festgestellt werden, ob die Person lebt, oder tot ist. Wenn die Person lebt, soll man weitergraben, um die Person frei zu legen. Wenn die Person tot ist, soll man aufhören zu graben und die Leiche erst nach Schabbat bergen. Es wird debattiert, ob ein schlagendes Herz, oder die Atmung ein Lebenszeichen sind. Der Talmud scheint zu sagen, dass eine Person die bewusstlos und leblos ist, tot ist. Der Schulchan Aruch, das jüdische Gesetzbuch, und Maimonides bestimmen das Gleiche. Aber es gibt Rabbiner die den Talmud anders auslegen und darauf bestehen, dass ein schlagendes Herz ganz klar ein Lebenszeichen ist.
- Atmung
Es gibt zwei Methoden um fest zu stellen, ob der Atemstillstand irreversibel ist. Wenn man Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) und alle anderen lebensrettenden Maßnahmen versucht hat und während einer bestimmten Zeit keine Atmung beobachtet wird, wird der Atemstillstand als irreversibel betrachtet. Außerdem hat die moderne Medizin bewiesen, dass das Stammhirn die Atmung kontrolliert. Wenn das Stammhirn nicht funktioniert und stirbt, kann ein Mensch nie mehr eigenständig atmen. [Menschen können aus einem Koma erwachen, weil das Stammhirn von komatösen Patienten funktioniert und sie eigenständig atmen können. Es gab noch nie in der Geschischte der modernen Medizin einen Fall, in dem eine hirntote Person „erwacht“ wäre.]
Einige der Rabbiner die glauben, dass der Tod eintritt, wenn der Stillstand der eigenständigen Atmung irreversibel ist, selbst wenn das Herz noch schlägt, sind: Rabbiner Moshe Feinstein, Rabbiner David Feinstein, Rabbiner Moshe Tendler , Rabbi Gedaliah Schwartz, Av Bet Din der amerikanischen Rabbinerkonferenz (RCA) und Rabbi Yosef Dov Soleveitchik [die Postion des Ravs ist umstritten. Einige Studenten und Familienmitglieder behaupten, dass er Hirntod nicht als Tod akkzeptiert. Gleichzeitig scheint es jedoch so, dass sie aussagen, dass sie nie gehört hätten, dass Hirntod für den Rav akkzeptabel ist, und nicht, dass sie gehört hätten, dass er diese Position explizit zurückgewiesen hätte. Zudem akkzeptierte der RCA grundsätzlich die Entscheidungen von Rav Soloveitchik. So sagte Rabbi Binyamin Walfish, ehemaliger Geschäftsführer der RCA, aus, dass er den Rav zu Hirntod befragt hat und gehört hat, wie Rav Soloveitchik diesen Standpunkt explizit akkzeptiert hat. Diese Übereinstimmung war die Basis für den RCA Beschluss von 1991, welcher die Position zu Hirntod akkzeptiert und den Willen des Lebenden (RCA Living Will) einführte.];
Rabbiner Dr. Avraham Steinberg; Rabbiner Shlomo Zalman Auerbach [von einigen wird bezweifelt, dass dies die Position von Rav Auerbach war, aber Rabbi Avraham Steinberg sagt aus, dass er diese Position selbst von Rav Auerbach nach dem Experiment mit dem Schaf gehört hat und diesen Psak für ihn niedergeschrieben hat]; Rabbi Shlomo Aviner, Hauptrabbiner von Bet El; Rabbi Shaul Israeli, ehemaliger Richter am Obersten Rabbinischen Gerichtshof von Jerusalem; ehemaliger Sephardischer Oberrabbiner von Israel Rav Moredechai Eliyahu; ehemalier aschkenasicher Oberrabbiner von Israel Abraham Schapiro; Rabbiner Yaacov Yosef, Sohn des ehemaligen sephardischen Oberrabbiners Ovadiah Yosef Sefardita; Rav Zalman Nechemia Goldberg; und der gesamte halachische Ausschuss des Oberrabbinats des Staates Israel von 1986, Entscheidung des Oberrabinats zum Todeszeitpunkt von 1986.
- Herzschlag
Es gibt rabbinische Authoritäten, die behaupten, dass eine Person erst tot ist, wenn das Herz unwiderruflich aufhört zu schlagen. Vom medizinischen Standpunkt gesehen, ist es schwierig Organe zu transplantieren, da sobald das Herz aufhört sauerstoffhaltiges Blut in die Organe zu pumpen, die Organe anfangen zu ezrfallen und abzusterben. Im Normalfall sind diese Organe nicht länger für Transplantationszwecke geeignet.
Was die meisten Menschen aber nicht wissen ist, dass es in gewissen Situationen möglich ist, von einem Spender dessen Herz aufgehört hat zu schlagen, innerhalb von 40 Minuten die Nieren und die Leber zu entnehmen. (Nieren und Leber sind weniger anfällig für Sauerstoffmangel als die anderen Organe.) Dies ist ein enorm wichtiger Punkt. Denn von den 80'000 Amerikanern die auf Organe warten, warten 50'000 auf eine Niere.
Unter den Rabbinern die glauben, dass eine Person noch lebt solange ihr Herz schlägt sind, Rav Shlomo Elyashiv; Rabbi Elazar Shach, Rabbi J.D. Bleich, Rabbi Mordechai Willig, Rabbi Herschel Schachter, Rabbi Dr. Avraham Avraham (Autor von Nischmat Avraham), Rabbi Aharon Soloveitchik, Rabbi Eliezer Waldenburg (Autor von Tziz Eliezer), Rabbi Yitzchok Wiess, Rabbi Nissan Karelitz, Rabbi Shmuel Wozner, Rabbi Yitzchak Kolitz, Rabbi Nosen Gestetner, Rabbi Aharon Kahn und Rabbi Mayer Scheinberg.
Gemäß Rabbi J.D. Bliech und Rabbi Herschel Schachter, ist selbst ein enthaupteter Körper, dessen Arterien und Venen am Hals zusammengenäht wurden und dessen Herz noch schlägt, noch am Leben.
Die Hauptdebatte der Halacha bezüglich Organspende ist die Feststellung des Todeszeitpunkts. Mehr Information dazu finden Sie in der Sektion Artikel.
Der Organspenderausweis der Halachic Organ Donor (HOD) Society ist einzigartig weil Spender wählen können, ob sie ihre Organe nach Eintritt von Hirntod oder erst nach nach Herzstillstand spenden möchten.
Die HOD Society empfiehlt dass Sie mit Ihrem Rabbiner sprechen, um zu entscheiden, welche Art von Organspender Sie werden möchten.
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Organe empfangen
Rabbiner die Hirntod ablehnen haben ihren Gemeindemitgliedern erlaubt Herz- und Lungentransplantationen zu bekommen. Diese Entscheidung basiert auf der fehlerhaften Annahme, dass die „Organe sowieso entnommen werden", da das medizinische Standardkriterium Hirntod ist. Am Seminar der HOD Society im November 2006 an der Albert Einstein Medical School, haben jedoch mehrere Transplantationskoordinatoren (darunter Elaine Berg und Lisa Seymour vom New York Organ Donor Network) gesagt, dass Organe nur entfernt werden, wenn es medizinisch geeignete Übereinstimmungen zwischen dem Spender und dem Empfänger gibt. Wenn es keine Übereinstimmung gibt, werden die Organe nicht entfernt.
Angesichts dieser Information hat Rabbi Tzvi Flaum während seines Seminavortrags darauf aufmerksam gemacht, dass es für Juden problematisch ist, wichtige Organe zu empfangen, oder sich sogar auf die Warteliste setzen zu lassen. (Die Seminarvorträge sind auf der Homepage der HOD Society zu finden.)
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Hornhatuspende
Weil der Talmud (Nedarim 64b) suma kamet festlegt (eine blinde Person ist ähnlich wie eine tote Person), haben Rabbi Israel Unterman ehemaliger Oberrabbiner von Israel und andere rabbinische Kapazitäten bestimmt, dass jemand vor Blindheit zu retten so ist, als ob man jemanden vor einer lebensbedrohlichen Krankheit retten würde. Dementsprechend hat Rabbi Unterman bestimmt, dass die Hornhautspende zur Rettung des Augenlichts eines Menschen, halachisch gesehn, ein Leben rettet. Außerdem ist die Umgebung einer blinden Person gefährlich und könnte möglicherweise zum Tod führen. Es gibt mehrere Studien dieden Zusammenhang zwischen Blindheit und vorzeitigem Tod belegen (Studie 1, Studie 2).
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Organspende an Nicht-Juden
"Dürfen Juden Organe an Nicht-Juden spenden?”
Es ist wichtig für den oder die Fragesteller/In für sich selbst zu klären, ob sie oder er wissen möchte wie die Halachah diese Frage auslegt, ob die Frage nationalistische Gründe hat ("alle Araber sind unsere Feinde"), oder einfältiger Rassismus ist . Wenn die Frage nicht auf halachischen Gründen beruh, dann soll man sich nicht hinter der Halacha verstecken und sagen, dass die Halachah Organspende an Nicht-Juden verbietet. “Benutze nicht die Torah als Spaten zum Graben.”
1. Bildnis G"ttes
Die obengenannte Frage geht davon aus, dass die Torah andeutet, dass es zulässig wäre das Leben eines Juden zu retten, der gleiche Akt für einen Nicht-Juden aber nicht zulässig wäre. Mit anderen Worten würde die Torah das Leben eines Nicht-Juden als weniger wertvoll ansehen als das Leben eines Juden. Diese Annahme könnte man mit der Torah selber in Frage stellen. Die Torah basiert darauf, dass “alle Menschen nach dem Bildnis G"ttes geschaffen wurden.” Da das Judentum daran glaubt, dass alle Menschen nach dem Bildnis G"ttes geschaffen werden, bestätigt die Organspende an einen Nicht-Juden, dass dieser Mensch das Potential hat, auf dem Pfad G"ttes zu gehen: Abram, der Begründer des Judentums, wurde erst Jude als er zu Abraham wurde.
2. Halachische Definition eines Nicht-Juden
Es ist korrekt, dass der Talmud in bestimmten Fällen zwischen Juden und Nicht-Juden bezüglich der Zulässigkeit der Missachtung von Geboten zur Rettung von Leben unterscheidet. Manche Rabbiner glauben jedoch, dass die Halacha vor 2000 Jahren zwischen Juden und Nicht-Juden unterschieden hat, weil die Nicht-Juden von damals Heiden waren, die ihre Kinder dem Feuergott Molech opferten. Der heutige Nicht-Jude, auf jeden Fall monotheistische Nicht-Juden, gehören nicht in diese Kategorie.
Selbst wenn man heute die historische halachische Unterscheidung zwischen Juden und Nicht-Juden akkzeptieren würde, gibt es eine ganze Reihe von halachischen Faktoren, die einen Juden verpflichten Organe an einen Nicht-Juden zu spenden, so zum Beispiel Eiva.
3. Feindschaft (Eiva)
Der Talmud sagt, dass obwohl man annehmen könnte, dass es verboten ist, die Gesetze der Torah zu brechen, wie zum Beispiel die Schabbatgesetze, um das Leben eines Nicht-Juden zu retten, sollen wir dies tun, weil das Unterlassen dieser Tat Feindschaft zwischen Juden und Nicht-Juden hervorbringen könnte. Diese Argumentation scheint hier zur Anwendung zu kommen.
Rav Moshe Feinstein schrieb in Iggrot Mosche, dass jüdische Ärzte den Schabbat brechen sollen, um das Leben eines Nicht-Juden zu retten, und so Feindschaft zu vermeiden — simplistisch gesehen, ein Gefühl von Feindseligkeit, im schlimmsten Fall, Hass.
Die Unruhen in Crown Heights, New York 1991 sind dafür ein typisches Beispiel. Dabei hatte die Leute in Brooklyn besonders aufgebracht, dass die jüdische Ambulanzmannschaft, Hazalah, zu einer Unfallstelle kam und nur den jüdischen Fahrer des Autos ins Krankenhaus brachte, nicht aber das afroamerikanische Kind. Obwohl es dafür weder rassistische noch religiöse Gründe gab — die Polizei hatte dies so angeordet, da der afroamerikanische Junge schon für tot erklärt wurde, während der Fahrer nur verletzt war — war die Wahrnehmung, dass die jüdische Ambulanzbesatzung den jüdischen Fahrer bevorzugte. Die Unruhen zwischen Afroamerikanern und Juden hielten drei Tage und drei Nächte an. Dabei wurden einige Juden verfolgt und geschlagen. Yankel Rosenbaum, ein chassidischer Jude, wurde dabei erstochen.
Feindseiligkeit ist heutzutage sehr besorgniserregend, egal ob diese auf religiöser Bevorzugung oder nur auf ihrer Wahrnehmung basiert.
Es gibt genügend Einzelfallberichte aus Transplantationszentren, die darauf hinweisen, dass die Mediziner aufgebracht sind, dass Juden keine Organe spenden, aber gleichzeitig bereit sind, Organe anzunehmen. Abermals weist die Argumentation der Halacha darauf hin, dass Juden nicht nur Juden, sondern auch Nicht-Juden Organe spenden sollen, um Feindschaft zu vermeiden.
4. Der Empfänger könnte jüdisch sein
(Diese Argumentation beruht auf dem historischen Gedanken, dass man zwischen Heiden und Juden unterscheiden soll). Gemäß amerikanischem und israelischem Recht wird die Familie eines Spenders daran gehindert zu wissen, welche Religion ein potentieller Empfänger hat. Deshalb könnte der Empfänger möglicherweise Jude sein.
Das Talmudtraktat Yoma sagt ganz klar, dass wenn es um die Rettung von Leben geht, wir nicht der Mehrheit folgen. Das heißt, dass selbst wenn die Mehrheit der 85'000 Amerikaner die auf Organe warten Nicht-Juden sind, gehen wir nicht von einer Chazaka aus, dass der Empfänger ein Nicht-Jude ist. Selbst wenn es nur den kleinsten Bruchteil einer Möglichkeit gibt, dass man ein (jüdisches) Leben retten kann, sollte man 610 (von 613) der Gesetze der Torah missachten).
5. Jede Organspende bringt einen Juden näher an den Anfang der Liste.
Selbst wenn alle Ihre acht wichtigen Organe an Nicht-Juden gehen, stehen diese nicht mehr auf der Liste. Das heißt, dass eine jüdische Person auf der Liste aufsteigt und so vielleicht ein lebensrettendes Organ bekommt.
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Nationalistische Perspektive
Die Frage der Organspende an Nicht-Juden stellt sich oft in Israel, wo viele Nicht-Juden israelische Araber sind, die von manchen Israelis als "Feind" angesehen werden. (Wohlgemerkt ist Israel nicht für Organspenden für Palestinenser verantwortlich. Israelische Organe gehen nur an israelische Staatsbürger, egal ob sie Juden, Moslems oder Christen sind.)
- Arabische Spender - Viele Araber spenden Organe die jüdische Leben retten. Wäre Diskriminierung erlaubt, würden jüdische Empfänger darunter leiden.
- Gerechtigkeit - Betrachten Sie G"ttes Antwort an den Engel in der Geschichte von Ismael (Bereschit, Wayera). Raschi kommentiert, dass die Engel G"tt bitten Ismael in der Wüste verdursten zu lassen, weil seine Nachkommen in der Zukunft Juden töten werden. Raschi zitiert den Talmud (Rosch Haschana 16b) und sagt, dass der Junge so beurteilt werden müsse wie er jetzt ist und nicht wie er oder seine Nachkommen in Zukunft sein würden.
- Guter Wille - Es gibt keinen bessere Art zwischen Arabern und Juden Brücken zu bauen als durch gegenseitige lebensrettende Organspende.
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Böser Blick
Manche Menschen glauben, dass wenn sie einen Spendrausweis unterschreiben, sie den "bösen Blick" auffordern den Ausweishalter tödlich verunglücken zu lassen. Das ist ein Irrglaube, der sich dadurch widerlegen lässt, dass Millionen von Menschen weltweit Organspendeausweise haben und gesund und munter sind.
In der jüdischen Literatur bezieht sich der böse Blick auf das Konzept der Eifersucht. Tu nichts wodurch andere auf Dich eifersüchtig werden könnten (d.h. sie sehen Dich mit bösem Blick an) und könnten Dir möglicherweise Etwas anhaben. Der gleiche Begriff wird in der jüdischen Literatur benutzt, um einem aufzufordern mit gutem Blick (großzügig) wohltätig zu sein und nicht mit einem bösen Auge (widerwillig).
Wenn es wahr wäre, dass eine übernatürliche Kraft oder der böse Blick einer Person Schaden zufügen würde, die einen Organspendeausweis unterschreibt, dann sollte diese Person auch davon absehen eine Krankenversicherung, Autoversicherung, Feuerversicherung, Diebstahlversicherung und Wasserschadenversicherung abzuschließen. Das gleiche Prinzip käme zur Anwendung.
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Gosses
Gosses ist ein Status im Jüdischen Recht, welcher den Zustand einer Person beschreibt, die todkrank ist, und die höchstwahrscheinlich in den nächsten drei Tagen sterben wird. Halacha, Jüdisches Recht, bestimmt, dass Gosses nicht berührt werden dürfen, aus Angst davor, dass jede plötzliche oder traumatisierende Bewegung den Tod der Person beschleunigen könnte. Ein / eine Gosses ist ähnlich einer flackernden Kerze und jede noch so kleine Bewegung könnte den letzten Lebensfunken auslöschen. Ärzte können Hirntod ohne invasive oder traumatische Verletzungen feststellen welche den Tod beschleunigen könnten und das Verbot von Gosses missachten.
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Missbrauch des Gesundheitssystems
Manche Leute glauben, dass wenn Ärzte wissen, dass sie einen Spendeausweis haben, sie einem frühzeitig für tot erklären, um ihre Organe entnehmen zu können. Erstens ist es schwierig sich vorzustellen, dass ein Arzt guten Gewissens einen Patienten umbringen würde, um einen anderen zu retten. Ein solches Handeln ist unethisch und illegal. Es würde dazu führen, dass der Arzt und das Krankenhaus strafrechtlich und zivilrechtlich haftbar werden. Zweitens haben die meisten Krankenhäuser ein Protokoll, welches verlangt, dass ein unabhängiges Ärzteteam eine Beurteilung vornimmt — dieses Team darf nicht mit der Pflege des Patienten betraut sein und darf nicht darüber informiert sein, dass der Patient ein potentieller Organspender ist — um festzustellen ob der oder die Patientin hirntot ist.
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Ist Organspende eine Mitzva (eine gute Tat oder ein Gebot)?
Wie mit den meisten halachischen Fragen kommt es darauf an, wen sie fragen. Diese Webseite hat nicht zum Zweck halachische Entscheidungen zur Organspende wiederzugeben. Die Aufgabe ist es viel mehr, die Öffentlichkeit über verschiedene medizinische und halachische Fragen aufzuklären.
Jüdisches Recht (die Halacha) legt eindeutig fest, dass ein Leben zu retten (Pikuach Nefesch) von größter Wichtigkeit ist, und nahezu jedes Verbot und Gebot im Judentum außer Kraft setzt (mit Ausnahme von Mord, Unzucht und Götzenanbetung).
Es gibt drei biblische Verbote die sich auf Leichen beziehen. Auf den ersten Blick scheinen diese Organspende zu verbieten. Diese sind:
- Nivul Hamet, ein biblisches Verbot welches die unnötige Verstümmelung von Leichen verbietet. Diese Verbot ist der Grund warum Autopsien generell verboten sind. Aber jüdisches Recht erlaubt Autopsien, wenn eine Autopsie eine reelle und sofortige Chance bietet Leben zu retten (Rabbi Yechezkel Landau, ehemaliger Oberrabbiner von Prag, in seinem Noda Beyehuda). Die meisten Rabbiner sind sich einig, dass Pikuach Nefesch, ein Leben zu retten, wichtiger ist als das Verbot von Nivul Hamet. Organspende rettet Leben.
- Halanat Hamet, Fünftes Buch Moses 21:23, ein biblisches Verbot welches die Verzögerung der Beerdigung einer Leiche verbietet. Alle Rabbiner sind sich einig, dass Pikuach Nefesch, das Retten eines Lebens, wichtiger ist als eine schnelle Beerdigung. Organtransplantation rettet Leben.
- Hana’at Hamet ist ein Verbot (einige sagen ein biblisches, andere ein rabbinisches) welches es einem verbietet von einem toten Körper einen Nutzen zu ziehen, wie zum Beispiel, den Verkauf der Leiche für medizinische Recherche. Alle Rabbiner sind sich einig, dass Pikuach Nefesch, ein Leben zu retten, wichtiger ist als dieses Verbot. Organtransplantation rettet Leben.
Die obengenannten Verbote erfordern Respekt und Würde für Leichen, weil sie einmal selbst das Leben beherbergt haben. In diesem Kontext macht es Sinn, dass alle Rabbiner sich einig sind, dass es wichtiger ist ein Leben zu retten, als Verbote hinsichtlich einer Leiche zu befolgen, weil durch das Retten eines Lebens einem menschlichen Körper allergrößten Respekt und Würde zollt. Wie im jüdischen Recht geschrieben steht, „Wer auch nur ein Leben rettet, rettet die ganze Welt", Sanhedrin 4:5.
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Israel
Obwohl das israelische Oberrabbinat bestimmt hat, dass Hirntod zur halachischen Definition von Tod passt, gibt es in Israel eine weitverbreitete Fehlwahrnehmung, dass Jüdisches Recht kategorisch Organspende verbietet. Obwohl die meisten Israelis weltlich sind, übernehmen sie, wenn es um die Thematik des Todes geht, einen "religiöseren" Standpunkt und spenden keine Organe.
Daraus resultiert, dass Juden prozentual gesehen, von allen Ethnien weltweit, die geringste Anzahl an Organspendeausweisen haben. Während in den meisten Ländern bis zu 30% der Bevölkerung einen Organspendeausweis haben, hat Israel — ein mehrheitlich jüdisches Land — nur 3%. Israel wurde kürzlich aus dem European Union Organ Donor Network ausgeschlossen, weil es Jahr für Jahr Organe akkzeptiert, aber keine spendet.
In Israel wegen einem Mangel an Transplantationsorganen zu sterben ist unnötig. 2001 starben in Israel 200 Menschen die brauchbare Spender gewesen wären. Keiner dieser hirntoten Patienten hatte einen Organspendeausweis. Dennoch wurden alle ihre Familien von Transplantationskoordinatoren angesprochen und wurden gebeten ihre Organe zu spenden. Siebzig Familien von den 200 waren einverstanden die Organe zu spenden. [Diese Akkzeptanzrate von 35% ist auch die niedrigste der Welt.] Das heißt, dass 130 Leute mit Organen, die sich gut zu Transplantationszwecken geeignet hätten, begraben wurden. Das tragische dabei ist, dass 114 Israelis gestorben sind, während sie auf Organe gewartet haben, die sie nie bekommen haben. Die 130 brauchbaren Spender hätten ihre Organe problemlos an diese 114 Personen, und weitere Personen, spenden können, was sie aber nicht getan haben.
Andere Religionen
Die meisten anderen Religionen befürworten Organspende oder sehen sie als individuelle Entscheidung an. Unten finden Sie eine Auswahl der Ansichten anderer Religionen zur Organspende.
Ame & Ame Zion (Afrikanische Bischöfliche Methodistenkirche)
Organ- und Gewebespende wird in diesen Konfessionen als ein Akt der Nächstenliebe und Wohltätigkeit gesehen. Sie ermutigen alle ihre Mitglieder Organspende als Hilfe an andere zu unterstützen.
Amisch
Organspende wird als zulässig anerkannt, wenn sie die Gesundheit des Empfängers definitiv verbessert. Ist der Ausgang zweifelhaft, ist die Haltung zur Organspende eher ablehnend.
Baptisten
Organspende wird als ein Akt der Nächstenliebe unterstützt, wobei die Kirche die Entscheidung zur Spende dem Einzelnen überlässt.
Buddhismus
Organspende ist eine Gewissensfrage.
Katholizismus
Transplantationen sind akkzeptabel und der Vatikan unterstütz Organspende als ein Akt der Nächstenliebe. Hier finden Sie einen Link zur Rede von Papst Johannes Paul II vor dem 18. internationalen Kongress der Transplantationsgesellschaft.
Christian Science
Keine Position; Entscheidung für oder gegen die Spende wird dem Einzelnen überlassen.
Bischöflich (Episkopal)
Die Episkopale Kirche hat 1982 eine Resolution verabschiedet welche die lebensspendenden Vorteile der Organ-, Blut- und Gewebespende anerkennt. Alle Christen werden ermutigt "als Teil ihres Dienstes an anderen im Namen Christus, der sein Leben geopfert hat damit wir das Leben in seiner vollen Fülle leben können" Organe, Blut und Gewebe zu spenden.
Griechisch-Orthodox
Kein Einwand gegen Maßnahmen die zur Wiederherstellung der Gesundheit helfen, während Spenden des gesamten Körpers für Experimente oder Recherche nicht im Einklang mit der Tradition sind.
Hinduismus
Organspende ist eine individuelle Entscheidung.
Selbständige Konservative Evangelische Kirche
Generell hat die evangelische Kirche keine Position zur Organ- und Gewebespende. Jede der Kirchen ist autonom und überlässt die Entscheidung zu spenden dem Einzelnen.
Islam
Die Religion des Islam glaubt fest an das Prinip Leben zu retten. Gemäß A. Sachedinas Artikel über den Transplantationsprozess, Islamische Ansichten zur Organtransplantation, „beziehen sich die Mehrheit der Muslimischen Gelehrten der verschiedenen Strömungen des islamischen Rechts auf das Prinzip, dass die Rettung eines menschlichen Lebens Vorrang hat und sehen Organtransplantation als eine Notwendigkeit an, um dieses edle Ziel zu erreichen"
Lutheraner
1984 hat die Lutheranische Kirche in Amerika eine Resolution verabschiedet, die besagt, dass Organspenden zum Allgemeinwohl beitragen und als „Ausdruck für aufopfernde Liebe gegenüber seinem hilfsbedürftigen Nachbarn" verstanden werden. Sie ersuchen „MitgliederOrganspende in Betracht zu ziehen und die nötigen familiären und rechtlichen Vorkehrungen zu treffen inklusive des Gebrauchs eines unterschriebenen Organspendeausweises."
Mennoniten
Mennoniten haben keine formelle Position bezüglich Organspende, aber sind nicht dagegen. Sie glauben, dass die Entscheidung zur Organspende Sache des Einzelnen und seiner oder ihrer Familie ist.
Mormonen
Die Mormonen glauben, dass die Entscheidung zur Organspende eine individuelle Entscheidung ist, die man gemeinsam mit der Familie, mit medizinischem Personal und im Gebet, trifft. Sie sind nicht gegen Organspende.
Pfingstkirchler
Pfingstkirchler glauben, dass die Entscheidung zur Organspende eine individuelle Entscheidung ist.
Presbyterianer
Presbyterianer unterstützen die Organspende. Sie respektieren das Recht einer Person die richtige Entscheidung in Bezug auf ihren Körper zu treffen.
Protestantismus
Unterstützt und befürwortet Organspende.
Quaker
Organspende ist eine individuelle Entscheidung.
Siebenten-Tags-Adventist
Organspende und Transplantation werden von den Siebenten-Tags-Adventisten sehr befürwortet. Sie haben viele Tansplantationskliniken, darunter auch Loma Linda in Kalifornien. Loma Linda ist spezialisiert auf Herztransplantationen für Kinder.
Shintoismus
Im Shintoismus wir der tote Körper als unrein und gefährlich und als ziemlich mächtig angesehen. Gemäß E. Narnihiras Artikel, "Das Shinto Konzept des toten Körpers." Im volkstümlichem Glauben ist es ein schweres Verbrechen eine Leiche zu verletzen. . ." "Bis heute ist es schwierig von Hinterbliebenen ein Einverständnis für Organspende, Sezierung für medizinische Ausbildungszwecke oder für patholologische Anatomie . . . die Japaner empfinden all dies als die Verletzung eines toten Körpers." Familien sind beunruhigt das "Itai" — die Beziehung zwischen einer toten Person und den Hinterbliebenen.
Gesellschaft der Freunde (Quaker)
Organ- und Gewebespende wird als individuelle Entscheidung angesehen. Die Gesellschaft der Freunde hat keine offizielle Position zur Organspende.
Unitarische Universalisten (Unitarian Universalist)
Organ- und Gewebespende wird weitestgehend von den unitarischen Universalisten unterstützt. Sie sehen es als einen Akt der Liebe und des selbstlosen Gebens.
Vereinigte Methodisten
Die Vereinigte Methodisten Kirche hat eine Grundsatzerklärung zu Organ- und Gewebsspende herausgegeben. Darin sagen sie, dass "die Vereinigte Methodisten Kirche die lebensspendenen Vorteile der Organ- und Gewebetransplantation anerkennt ."
Für Organe bezahlen
Die meisten Länder verbieten den Kauf und Verakuf von menschlichen Organen (außer China, Iran und the Philippinen.) Die USA erliessen 1984 den National Organ Transplant Act (NOTA). Dieser Akt machte den Organhandel zu einer Straftat auf Bundesebene, die mit USD 50'000 und/oder 5 Jahren Gefängnis bestraft wird. Als solches kauft, verkauft oder vermittelt die Halachic Organ Donor Society nicht den Kauf oder Verkauf von Organen. Obwohl eine solche Handlung illegal ist, gibt es viele Diskussionen, ob sie auch unmoralisch ist. Artikel zu beiden Seiten der Debatte finden Sie auf unserer Artikel Seite und unserer Presse Seite.
Auferstehung der Toten
Der Glaube, dass eine Person mit ihren Organen begraben werden muss, um wieder aufzuerstehen, findet sich in den klassischen jüdischen Quellen nicht wieder. Tatsache ist, dass nach dem Tod alle Organe, alles Gewebe und alle Muskeln schnell zerfallen, da jede organische Matiere Zersetzung durch Midroorganismen ausgesetzt ist. Das Buch Ezekiel (Kapitel 37), zum Beispiel, erzhlt von einer Auferstehung von trockenen Gebeinen, weil trockene Knochen das Einzige sind, was übrig bleibt. Am Ende zerfallen sogar auch die Knochen.
Die klassischen jüdischen Quellen bestätigen sogar, dass Organe zerfallen. Die Mischna und der Talmud berichten, dass verstorbene Familienmitglieder traditionsgemäß in eine Nische in einem Familiengruft gelegt wurden. Ein paar Monate nachdem sich die Organe zersetzt hatten, wurden die Knochen in eine Grube in der Gruft gelegt. Die Grube enthielt die Gebeine aller Vorfahren. Darum ist der hebräische Euphemismus für Tod, "mit seinen Vätern versammelt werden.’
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Höhlen / Gebeine
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Fotos zur Verfügung gestellt vom Israel Antiquities Authority
Während der Zeit des zweiten Tempels haben die Juden jedoch “Likut azamot” praktiziert. Dabei sammelten sie die Gebeine in einer Nische und legten sie in ein Ossuarium (Beinhaus), ein kleines gemeißeltes Kästchen auf das manchmal der Name der Familie geschrieben wurde.
Fotos zur Verfügung gestellt vom Israel Antiquities Authority
Rabbi Elazar ben Zadok beschreibt wie er pflichtbewusst die letzten Instruktionen seines verstorbenen Vaters ausführte seine Knochen einzusammeln und sie in ein Ossuarium zu legen. Er war zufrieden die Kontinuität von Generation zu Generation beibehalten zu haben: "So wie er sich seinem Vater gewidmet hatte, habe ich mich um ihn gekümmert." Tausende von Ossuarien und Familiengruften mit menschlichen Gebeinen wurden in ganz Israel gefunden, darunter auch die eines Kohen Gadol, eines Hohepriesters der im Tempel gedient hatte.
Alle Organe zerfallen. Es gibt einen Text, in Bereischit Rabah der Paraschat Noah, der sich darauf bezieht, dass Auferstehung abhängig ist von einem Wirbel der Luzknochen heißt (manche denken, das dies der letzte Wirbel der Wirbelsäule, das Steißbein, sein könnte, .) Entscheidet der Allmächtige eine tote Person auferstehen zu lassen, wird der Herr sicherlich die Macht haben dies unabhängig vom Zustand des Körpers zu tun.
(Quellen: Mischna Moed Katan 1:5; Mischna Ohalot 9:15; Mischna Sanhedrin 6:6; Talmud Pesachim 92a; Talmud Zevahim 100b; Talmud Moed Katan 8a; Mischna Baba Batra 6:8; Talmud Smachot 12:6,7,8,9; etc.)
Soll ich spenden?
Wenn Sie oder jemand den Sie kennen moralische, medizinische oder halachische Fragen zur Organspende haben, sprechen Sie mit einem Rabbiner der halachisches Wissen bezüglich Tod und Medizin hat und sich auch mit medizinischen Fragen auskennt. Zweifel und Fragen sollen kein Grund für Nichtstun und Verzögerung sein.

Who's Who?
Nancy Cruzan war eine prominente Figur der "right-to-die" (Recht zu sterben) Bewegung. Nach Jahren im Wachkoma aufgrund eines Autounfalls, kämpfte ihre Familie für die Entfernung ihrer Magensonde. Die Bitte der Familie zur Entfernung der Magensonde wurde schließlich bewilligt und Nancy starb elf Tage nachdem die Sonde entfernt worden war.
Alisa Flatow war eine 19-jährige amerikanische Studentin, die in Israel lebte und 1995 bei einem Terrorangriff getötet wurde. Sie war der erste prominente Fall in welchem eine orthodoxe jüdische Familie sich damit einverstanden erklärte Organe zu spenden. Ein Teil ihrer Organe ging an israelische Araber.
Rabbi Isser Yehuda Unterman war von 1964 bis 1973 der Oberrabiner von Israel. Er unterstützte Organspende und urteilte, dass die Spende der Hornhaut an einen blinden Menschen so angesehen wird, wie wenn man einen blinden Menschen vor einer lebensbedrohlichen Krankheit rettet. Seine Entscheidung gründetet auf dem Talmudtraktat Nedarim 63b, welcher besagt, dass ein blinder Mensch einer toten Person ähnelt (suma kamet.)
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Rav Mosche Feinsteins Aufzeichnungen zum Thema Hirntod geben aufgrund von verschiedenen Interpetationen Anlass zu Diskussionen. Jedoch haben alle Zeugen die mit Rabbi Mosche Feinstein gesprochren haben, ausgesagt, dass sie selbst gehört hätten, wie er gesagt hat, dass Hirntod halachischer Tod ist und Organe zu diesem Zeitpunkt gespendet werden sollen. Unter diesen sieben Zeugen waren, unter anderem, sein Sohn Rabbi Dovid Feinstein, sein Schwiegersohn Rabbi Moshe Tendler, sein Enkelsohn Rabbi Mordechai Tendler, sein Enkelsohn Rabbi Shabtai Rappaport, Dr Ira Greifer (Nierenfacharzt und ehemalinischer medizinischer Leiter der National Kidney Foundation in New York und Medizinprofessor am Albert Einstein College of Medicine in der Bronx), Dr. Sam Koontz (Gefäßchirurg in San Francisco) und Dr. Frank Veith (Gefäßchirurg am Montefiore Hospital.)
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Rabbi Dovid Feinstein, Sohn des verstorbenen Rav Moshe Feinstein, ist der Rosch Yeschiva (Dekan) der Mesivtha Tifereth Jerusalem, eine Yeshiva Grundschule, Hochschule und Kollel. Er erbte die Position nachdem sein Vater 1986 verstarb. Er sagte aus, dass er gehört hatte, dass sein Vater gesagt hatte, dass ein schlagendes Herz kein Lebenszeichen ist. Wenn eine Person bewusstlos ist und die Atmung irreversibel aufgehört hat, ist diese Person tot und alle lebensrettenden Organe, einschließlich des Herzens, sollen gespendet werden.
Rabbi Moshe Tendler ist ein ranghoher Rosch Yeshiva am RIETS der
Yeshiva University und Rabbi Isaac und Bella Tendler Professor für Jüdische Medizinethik und Biologieprofessor am Yeshiva College. Er ist Doktor der Mikrobiologie und ist einer der weltweit führenden Experten für Halacha (Jüdisches Recht) und Jüdische Medizinethik. Er akkzeptiert Hirntod als halachischen Tod und ist zusammen mit seinem Schwiegervater, Rav Moshe Feinsteinein, ein treuer Unterstützer von Organspende.
Rabbi Schabtai Rappaport war ein Sekretär von Rav Mosche Feinstein. Er hat viele seiner Antworten zur Unterstützung der Organspende und seine Akkzeptanz von Hirntod niedergeschrieben.
Rabbi Dr. Avraham Steinberg ist ein Kinderneurologe am Schaarei Zedek Krankenhaus in Jerusalem und hält den Israel Preis für sein magnum opus, "Die Enzyklopädie der Halachah und Medizin." Rabbi Steinberg akkzeptiert HIrntod als Tod und unterstützt Organspende. Er leitete 1986 den medizinischen Ausschuß des Oberrabbinats, als dieser einstimmig Hirntod als halachischen Tod akkzeptierten und Organspende unterstützen.
Terri Schiavo hatte 1990 nach einem Herz- und Atemstillstand ein schwerwiegendes Hirntrauma erlitten. Sie fiel in ein Wachkoma. 1998 hat ihr Mann und Vormund die Gerichte ersucht, ihre Mangensonde zu entfernen, weil sie nicht unter solchen Konditionen am Leben hätte erhalten werden wollen. Nach langem Rechtsstreit wurde die Sonde am 18. März 2005 entfernt. Sie starb 13 Tage später.
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Rabbi Yechezkel Landau lebte im Prag des 18. Jahrhunderts: Seine Entscheidung im Noda Biyhudah (Volumen II, Yoreh Deah 210) bestimmte, dass Juden Autopsien durchführen lassen können, wenn die daraus gewonnenen Informationen das Leben von jemanden in unmittelbarer Gefahr (aber nicht um generelles medizinisches Wissen zu sammeln, dass jemand in Zukunft helfen könnte). |
Rabbi Yehuda Meshi Zahav ist der Gründer und Vorsitzender der israelischen Organisation Zaka (Identifizierung von Opfern von Katastrophen). Zaka ist eine Organisation, die damit befasst ist Körperteile nach Unfällen oder Terroranschlägen einzusammeln, um die Würde der Toten zu erhalten. Er hat einen Organspenderausweis und akkzeptiert Hirntod als Tod.
Rabbi Dovid Schlousch ist der Oberrabbiner von Netanya. Er gehörte 1986 dem medizinischen Ausschuß des Oberrabbinats an, welches bestimmte, dass Hirntod halachischer Tod ist und Organe gespendet werden sollen.
Rabbi Mordechai Eliyahu war 1986 ehemaliger sephardischer Oberrabbiner von Israel, als das Oberrabinat einstimmig bestimmt hat, das Hirntod halachischer Tod ist und Organe gespendet werden sollen.

Rabbi Binyamin Walfish ist der ehemalige Direktor des Rabbinischen Rates von Amerika. Er sagte aus, dass Rav Yosef Dov Solovetchik ihm gesagt hatte, dass er Hirntod als Tod akkzeptierte.
Rabbi Gedalia Schwartz

Rabbi Avraham Kahane Shapiro

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